Archiv der Kategorie: Gedenken

Stolpersteine für Dora und Hans Gräf

Am 20. Mai 2016 wurden an der Bockenheimer Landstraße 69 zwei Stolpersteine für Dora und Hans Gräf verlegt. Der Kontakt zu Hartmut Schmidt von der Stolperstein-Initiative Frankfurt war bei einem Besuch im letzten Jahr zustande gekommen.

Auch mit Hilfe des Frankfurter Stadtarchivs konnten in den letzten Wochen einige Lücken in der Familiengeschichte geschlossen werden und beim Besuch des jüdischen Friedhofs fanden wir drei Grabsteine der Familie Marx.

Toni Maas, geb. Hönigsberg im Sommer 2013 im jüdischen Seniorenheim Frankfurt. Foto: Eitel Markwirth
Toni Maas, geb. Hönigsberg. Foto: Eitel Markwirth

Der schönste Fund war aber der Kontakt mit dem ehemaligen Vermieter von Doras Nichte Toni Maas, die erst 2014 im Alter von 103 Jahren in Frankfurt verstarb. Er hat uns freundlicherweise ein Foto aus dem Jahr 2013 zur Verfügung gestellt. Es wurde bei einem Sommerfest im jüdischen Seniorenheim aufgenommen. Schade, dass wir sie nicht mehr persönlich kennenlernen konnten.

Am Vorabend der Verlegung hatte die Stolperstein-Initiative einen „Abend der Begegnung“ im Budge-Stift, einem jüdisch-christlichen Seniorenheim, ausgerichtet. Es waren etwa 80 Angehörige, Sponsoren und Unterstützer gekommen. Nicht dabei sein konnte die Familie von Susana Baron, die einen Ehrenplatz beim Relegationsspiel von Eintracht Frankfurt hatte. Für ihren Vater und ehemaligen Eintracht-Spieler Max Girgulski war am Morgen bereits ein Stolperstein verlegt worden.

Wir möchten Rabbiner Andy Steiman für seine bewegende Ansprache danken, die den Blick auf das neue Leben richtete und die Seelen der Verstorbenen mit auf diesen Weg nahm. Achim Rinke-Bachmann möchten wir für die musikalische Begleitung der Stolpersteinverlegung danken, Hartmut Schmidt für seinen Einsatz, die jährlichen Verlegungen zu koordinieren und Kontakte zu den Nachfahren herzustellen, sowie Gunter Demnig ganz grundsätzlich für seine so einfache wie eindrucksvolle Idee eine würdige Erinnerungskultur zu schaffen.

Zur Geschichte der Familie von Dora Gräf, geb. Marx:
Familie Aron Marx, Linz am Rhein

Stolpersteine in Mainz

english version below

Dr. Joan Long Salomon legte rote Rosen an den Stolperstein von Julius Hirschberger
Dr. Joan Long Salomon legte rote Rosen an den Stolperstein von Julius Hirschberger

Am 15. Oktober 2015 hatten wir glücklicherweise Gelegenheit an der Stolpersteinverlegung in Mainz teilzunehmen und dabei nicht nur die Urenkelinnen von Simon und Juliane Gaertner wiederzusehen, sondern auch Dr. Joan Long Salomon kennenzulernen, die uns beim Auffinden der Grabstätte von Sophia und Moses Mayer in New Jersey behilflich gewesen war.

Der Tag begann mit der Verlegung eines Stolpersteins für Julius Hirschberger am Hindenburgplatz 3. Joan Salomon hatte für diesen Stein die Patenschaft übernommen. Die New Yorkerin möchte in Zukunft die Geschichte derjenigen Mainzer Juden recherchieren, die keine Nachfahren haben, die sich an sie erinnern können. 2014 war sie das erste Mal in Mainz gewesen, um an der Klarastraße 29 für ihre Mutter Helina Mayer, Großmutter Jettchen und ihre Tante Ruth Stolpersteine verlegen zu lassen.

Kennkarte Julius Hirschberger
Kennkarte Julius Hirschbergers. Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, Uni Heidelberg

Julius Hirschberger, ein Weinhändler, hatte seine Frau 1927 während der Geburt des ersten Kindes verloren. Auch das Kind starb ein halbes Jahr später. Als der Witwer 1939 mit 61 Jahren nach Belgien floh, mittellos und hungernd in einem ungeheizten Kellerraum hausen musste, schrieb er in seiner Not an den New Yorker Governeur Herbert H. Lehman, von dem er glaubte, dass er ein Verwandter seiner Großmutter sei. Er bat ihn um warme Wäsche und eine Unterstützung, damit er nicht verhungern müsse. Er selber hinge nicht mehr am Leben, aber er wollte seiner Familie keine Schande machen. Hunderte solcher Briefe erreichten den prominenten New Yorker in dieser Zeit. Auch wenn er die Verzweifelten nicht alle durch eine Bürgschaft retten konnte, ließ er es sich nicht nehmen, auch Julius Hirschberger monatlich eine kleine Summe zu schicken, die ihm ein wenig menschliche Würde ermöglichte. Am 24. Oktober 1942 wurde Julius Hirschberger aus dem Internierungslager Malines nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Lisa, Miriam, Naomi und Eva bei der Stolpersteinverlegung an der Kaiserstr. 24
Lisa, Miriam, Naomi und Eva bei der Stolpersteinverlegung für die Ur(ur)großeltern an der Kaiserstr. 24.

Der Weg führte uns weiter an die Kaiserstraße 24, wo zwei Stolpersteine für Juliane und Simon Gaertner verlegt wurden. Auch Simon Gaertner war im Weinhandel tätig gewesen nachdem er sein Herrenbekleidungsgeschäft in Solingen 1915 hatte aufgeben müssen. Zwei seiner drei Söhne waren im ersten Weltkrieg gefallen, der dritte Sohn Willi nach dem Krieg ebenfalls im Weinhandel tätig. Auch Willi wurde während der Novemberpogrome 1938 wie alle jüdischen Männer von der Gestapo verhaftet. Das brachte seine Mutter Juliane derart in Rage, dass sie ohne zu zögern ins Hauptquartier der Gestapo marschierte und verlangte, dass man ihr den einzigen Sohn lassen solle, wo sie doch schon zwei fürs Vaterland gegeben habe. Ihre Courage zeigte Wirkung: kaum eine Viertelstunde später konnte Willi das Gefängnis verlassen.

Golden wedding of Simon and Juliana Gaertner in Mainz in 1937, together with son Willi, his wife Johanna and granddaughter Elsbeth. Source: Elsbeth Lewin
Goldhochzeit von Simon and Juliana Gaertner 1937 in Mainz, zusammen mit Sohn Willi, Schwiegertochter Johanna und Enkelin Elsbeth. Quelle: Naomi Lewin

Willi Gaertner emigrierte mit Frau und Tochter in die USA. Sein Vater Simon starb 1940 in Mainz an einem Herzanfall und wurde auf dem jüdischen Friedhof beerdigt. Es gelang Willi nicht, seine Mutter Juliane in die USA nachzuholen. Sie wurde am 27. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 15. Dezember 1942.

Naomi Juliane Lewin, älteste Enkelin von Willi Gaertner, war mit ihren beiden Schwestern Miriam und Eva und deren Tochter Lisa aus den USA nach Mainz gekommen. Da Naomi vor Jahren am Mainzer Peter Cornelius Konservatorium Gesang studiert hat, hielt sie ihre Ansprache auf deutsch:


On October 15, 2015 we were happy to join the Stolperstein laying in Mainz and meet the great grand daughters of Simon and Juliane Gaertner again, but also get to know Dr. Joan Long Salomon, who helped us finding the gravesite of Sophia and Moses Mayer in New Jersey.

The day began with the laying of a stone for Julius Hirschberger at Hindenburgplatz 3. Joan Salomon sponsored this stone since she planned to research the fate of Jewish victims of Mainz that have no descendants to remember them. She first visited Mainz in 2014 to have Stolpersteine laid for her mother Helina Mayer, her grandmother Jettchen and her aunt Ruth at Klarastraße 29.

Julius Hirschberger, a wholesale dealer in wine, lost his wife in childbirth in 1927. His child died only six months later. When the 61 year old widower had to flew to Belgium in 1939, dwelling in an unheated cellar, hungry and out of money, he wrote to the New York governor Herbert H. Lehman. He belived that Lehmann was a relative of his grandmother and begged for warm underwear and a little money to buy some food. He didn’t cling to live but didn’t want to put his family to shame. Hundreds of such letters reached the prominent New York citizen at the time. Although he couldn’t save all of the desperate with an affidavit, he didn’t miss to send a monthly small amount to Julius Hirschberger as well, to give him back a bit of human dignity. On October 24, 1942, he was deported from the camp of Malines to Auschwitz where he was murdered.

We moved on to Kaiserstraße 24 where two Stolpersteine for Simon and Juliane Gaertner were laid. Also Simon Gaertner had been in the wine business after he had to give up his men’s clothing shop in Solingen in 1915. He lost two sons in WWI. His third son Willi also became a wine dealer after the war.  Willi was arrested by the Gestapo during Kristallnacht like all of the Jewish men. This made his mother Juliane so furious that she didn’t hesitate to step right into the headquarters and demand her son back, because she already gave two sons for the country. Her courage made an impact: only 15 minutes later Willi was released from the prison.

Willi managed to emigrate to the USA with his wife and daughter. His father Simon died in Mainz in 1940 from a heart attack and was buried in the Jewish cemetery. Willi didn’t suceed in getting his mother out of Germany. Juliane was deported to Theresienstadt on September 27, 1942 and died there on December 15, 1942.

Naomi Lewin, the oldest grand daughter of Willi Gaertner, came to Mainz with her sisters Miriam and Eva and Eva’s daughter Lisa. Since Naomi once studied voice at the Peter Cornelius conservatory of Mainz she held her speech in German:

70 Jahre nach dem Ende von Auschwitz

Solange ich lebe, werde ich darunter leiden, dass die deutsche Nation mit ihrer so achtenswerten Kultur zu den ungeheuerlichsten Menschheitsverbrechen fähig war. Selbst eine überzeugende Deutung des schrecklichen Kulturbruchs wäre nicht imstande, mein Herz und meinen Verstand zur Ruhe zu bringen. Da ist ein Bruch eingewebt in die Textur unserer nationalen Identität, der im Bewusstsein quälend lebendig bleibt.

So bekannte Bundespräsident Joachim Gauck am 27. Januar anläßlich des 70. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz.

KZ Auschwitz, Einfahrt
Auschwitz am 27. Januar 1945 nach der Befreiung. Im Vordergrund von den Wachmannschaften zurückgelassene Ausrüstungsgegenstände. Quelle: Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA

Auschwitz war nur eines von vielen Arbeits- und Vernichtungslagern, die es durchaus nicht nur weit weg im Osten gab. Es fällt schwer, in Grausamkeitskategorien zu denken, aber das Schicksal von Walter Tobias und seiner Familie gehört für mich zu den unerträglichsten. Seine schwangere Frau Selma und die fünf Kinder wurden sogleich bei der Ankunft in Auschwitz ermordet, er selber für die Arbeit in den Buna-Werken selektiert. Fast zwei Jahre überlebte er im Arbeitslager Auschwitz-Monowitz – wahrscheinlich nur weil er als Handwerker für die Deutschen so nützlich war.

Wenige Tage, bevor die Russen Auschwitz befreiten, wurde Walter zurück nach Buchenwald verlegt. Auch hier selektierte man ihn für einen Arbeitseinsatz.

Aber auch die Befreiung Buchenwalds durch die Amerikaner sollte Walter nicht erleben, sondern wurde am Vortag auf einen weiteren Marsch gesetzt, diesmal Richtung Theresienstadt. Handwerkliche Fähigkeiten spielten auf diesem Todesmarsch keine Rolle mehr. Zehn Tage nach Kriegsende starb Walter in Theresienstadt an den Folgen sinnloser Gewalt, willkürlicher Ausbeutung und der totalen Negierung seiner Menschenwürde.

Und doch muss uns bewusst sein, dass das „nie wieder!” angesichts solcher Schicksale einfacher gesagt als getan ist, denn es gibt auch heute grausame, systematische Menschenrechtsverletzungen. Das mindeste, was wir tun können, ist Flüchtlingen Schutz zu bieten und das Recht auf Asyl wieder ernst zu nehmen, das ja nicht zuletzt aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs heraus entwickelt wurde. Für Walter und seine Familie war ab einem bestimmten Zeitpunkt keine Flucht mehr möglich.

„Schützt und bewahrt die Mitmenschlichkeit. Schützt und bewahrt die Rechte eines jeden Menschen. Das sagen wir gerade in Zeiten, in denen wir uns in Deutschland erneut auf das Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Religionen zu verständigen haben. Die Gemeinschaft, in der wir alle leben wollen, wird nur dort gedeihen, wo die Würde des Einzelnen geachtet wird und wo Solidarität gelebt wird,” schloß Joachim Gauck seine Rede vor dem Bundestag.

Besuch in Neuwied und Dierdorf

Stolpersteine für Robert und Dorothea Kronenthal
Stolpersteine für Robert und Dorothea Kronenthal

Am 14. Juni haben wir uns auf den Weg nach Neuwied gemacht, um mit Rolf Wüst die neuen Stolpersteine für Robert Kronenthal und Dorothea Kronenthal, geb. Tobias zu besuchen und uns mit Michael Meyer auf dem jüdischen Friedhof Dierdorf zu treffen.

Es war unser erster Besuch im Zentrum von Neuwied, da wir bislang nur in Heimbach-Weis am Haus der Familie von Moses Tobias gewesen sind. Begleitet hat uns Rolf Wüst vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis, der sich seit Jahren um die Verlegung der Stolpersteine in Neuwied kümmert. Lappen und Reinigungsmittel sind immer dabei, um die Messingsteine wieder zum Glänzen zu bringen.

Gedenktafel für die jüdische Gemeinde
Gedenktafel für die jüdische Gemeinde

Als erster Eindruck empfing uns gegenüber dem Schloss ein Wandfragment der ehemaligen jüdischen Schule mit dem Mahnmal für die ehemaligen jüdischen Mitbürger, versteckt hinter einem Bauzaun. Im Hintergrund wird derzeit mit dem Bau eines neuen Einkaufszentrums begonnen. Auf diesem Carré befanden sich früher die jüdische Schule, die Synagoge und zahlreiche Häuser jüdischer Händler, unter anderem das Wohn- und Geschäftshaus von Josef Kronenthal. Die damalige Adresse Schlossstraße 20 liegt gegenüber der heutigen Nummer 20.

Folgt man der Synagogengasse kommt man auf die Engerser Straße, wo sich ein Stolperstein an den anderen reiht. Auf diese quirlige Geschäftsstraße zog auch Josef Kronenthal nach dem ersten Weltkrieg mit seiner Ochsen- und Schweinemetzgerei.

Engerser Straße ca. 1929, Josef Kronenthal mit Enkel
Engerser Straße ca. 1929, Josef Kronenthal mit Enkel

Josef Kronenthal war ein Cousin von Moses Tobias. Moses Tochter Dorothea Tobias heiratete Josef Kronenthal 1931, ein Jahr nachdem dessen Frau Emilie gestorben war. Der einzige Sohn Robert Kronenthal lebte zu der Zeit schon in Dresden und war Mitinhaber der Schokoladenmaschinenfabrik Greco. Die Firma wurde nach der Pogromnacht 1938 enteignet. Robert war zwar eigentlich durch seine Ehe mit einer nichtjüdischen Frau geschützt, wurde aber dennoch im Oktober 1942 verhaftet und starb am 11. Januar 1943 in Auschwitz.

Josef Kronenthal war 1936 verstorben und seine Frau Dorothea lebte als Witwe in Neuwied. Über die Umstände ihrer Deportation ist nichts bekannt.

nw_DSF6543Anschließend trafen wir am jüdischen Friedhof in Giershofen bei Dierdorf Michael Meyer, der gerade eine Dokumentation über die noch vorhandenen Grabsteine veröffentlicht hat. Von der Familie Kronenthal, die ursprünglich aus Dierdorf stammt, sind hier keine Steine mehr erhalten, da der alte Friedhof 1846 aufgegeben wurde und viele Nachfahren Richtung Neuwied verzogen waren. Gefunden haben wir einen Stein von Therese Jakob, der Ehefrau von Tobias Jakob, einem Enkel von Tobias Herz. Anzunehmen ist, dass die sterblichen Überreste von Tobias Herz unter dem Parkplatz gegenüber dem heutigen Friedhof liegen, da hier das frühere Friedhofsgelände gelegen hat auf dem damals auch die Juden aus Puderbach und Umgebung bestattet wurden.

Unburying Family’s Painful Wartime Past

Headstone for Hermann Tobias
Almost 74 years after Robert’s greatgrandfather’s death he could set a stone for Hermann Tobias on his grave at Cologne.

Robert Tobias besuchte im April 2013 das erste Mal mit seiner Familie die Orte an denen seine Großeltern lebten, bevor sie aus Deutschland fliehen mussten.

Über seine Reise und die Suche nach der Geschichte seiner Vorfahren schrieb er anlässlich der amerikanischen Holocaust Remembrance Days im Mai 2014 einen Beitrag im Hartford Courant:

Unburying Family’s Painful Wartime Past

Driven out of their homeland by impending war and religious persecution, my paternal grandparents, Hugo and Irma Gärtner Tobias, and their 4-year-old son, Walter, my father, (now 80 and living in Simsbury), immigrated from Germany to America through Ellis Island on Dec. 11, 1937.

My grandparents never spoke of the Holocaust. It was never discussed around the dinner table or at family gatherings. I never questioned any of them, not about the tattooed numbers on the forearms of some their friends or why they never spoke of the family left behind. There was only silence.

Although I knew about the Holocaust, I chose the path of least resistance and avoided the topic. That changed when the last of my grandparents died in 2005 and I came into possession of a cardboard box containing letters, documents and photographs. I began to uncover their personal and tragic history from which I had been sheltered. I also saw the courage and strength it took to set aside their pain and rebuild their life here.

I never knew the depth of their pain. Perhaps I was too concerned with my needs, insensitive to theirs, too focused on my life and what I needed to accomplish. They’re all gone now — many of their secrets gone with them. And while they never spoke of the Holocaust, I feel that their safekeeping of the cardboard box is evidence of their intention to bear witness.

Hermann Gärtner
Hermann Gärtner

That box was a turning point for me — I was finally ready to embark on the search for clues and to deal with that time in my family’s history. I wanted to know more.

Last April, my research brought me and my family to Cologne, Germany, my ancestral homeland. It’s one thing to know that family members perished there, it’s quite another to stand in their footsteps.

I knew nothing about my great-grandfather, Hermann Gärtner. He lived in the small village of Ruppichteroth, where he worked as a butcher. He was also, I discovered, an outspoken critic of the Nazi Party. In 1933, he was arrested and held for 10 months for making „false and defacing assertions“ against the National Socialist state. This, the Nazis considered treason.

His story is not unique among German Jews of the time. Like thousands of others, he tried desperately to get a visa to any country that would take him. In the end, his efforts failed.

In a letter written Jan. 6, 1942, addressed to the Jewish Council of Amsterdam, Hermann, who had fled to the Netherlands, pleads for a suspension of his transport back into German hands because of his sciatica. Despite the plea, he was moved to the Westerbork camp in the Netherlands and on Sept. 18, 1942, taken to Auschwitz. On Sept. 24, 1942, at age 66, my great-grandfather was murdered.

How sad it must have been for my grandmother when her father’s letters stopped coming. In the ultimate irony, Hermann fought for the German Reich in World War I. He survived the war, but not the Nazis, who murdered him as „unworthy of life.“

Hermann Tobias
Hermann Tobias

My other paternal great-grandfather, Hermann Tobias, expelled from his home and separated from loved ones, died alone in 1940. He was buried in a Jewish cemetery in Cologne. His grave was marked by a small stone with the number 25/177. During our trip to Germany, we were able to properly honor and remember him with a headstone — 74 years later. When a person finishes life, he should have a name, not a number.

Three of Hermann Tobias‘ children managed to flee Germany with their families: my grandfather Hugo; his brother Julius and sister Johanna. Sadly, my research uncovered another brother, Walter Tobias, my great-uncle, who remained in Germany. He lived in Haaren and was a craftsman and a locksmith. At the end of February 1943, his then-pregnant wife Selma, and their five children were taken to Auschwitz and killed upon arrival. Walter was assigned to a work detail and died two years later on May 18, 1945, in Theresienstadt concentration camp just after the German surrender on May 8.

Only now am I beginning to understand.

Hochzeit Walter Tobias und Selma Bähr, 1931
Wedding of Walter Tobias and Selma Bähr, 1931

The German people we met on our trip had no personal involvement in or responsibility for what happened, yet they bear the burden of the acts of their fathers. Although that burden may cause bitterness and resentment, what we found were people who feel a great responsibility to foster the memory of the Jewish people, their artifacts, their culture and the horrific actions of their forbearers.

I feel a strong sense of responsibility to tell the story of those who came before me. If I don’t record it. If I don’t protect it. If I don’t preserve it. Then who will?

I think memory is the highest, and perhaps the most meaningful tribute to pay to those who perished. It’s my duty, as a descendant, to tell their history to the next generation. I’ve passed it on to my 16-year-old son, Zack, a legacy of our family history that might well have been lost.

Über 100 Stolpersteine in Solingen

Am 4. April 2014 wurden in Solingen wieder Stolpersteine für 9 Opfer des Nationalsozialimus verlegt, so dass es inzwischen mehr als 100 sind. Zur Enthüllung der 4 Steine für Familie Krauss vor dem Hofgartencenter war die Enkelin von Antonia Krauss anwesend und es spielte das Jugendorchester der israelischen Partnerstadt Ness Ziona.

Am 5. April berichteten das Solinger Tageblatt: Neue Stolpersteine für NS-Opfer und die Solinger Morgenpost: Für Stolperstein von Tel Aviv nach Solingen gekommen.